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Achtsam im Unternehmensalltag: Es beginnt bei Ihnen!

Wenn Routine, Autopilot und Stress den Arbeitsalltag dominieren, läuft etwas schief. Dabei lässt sich große Wirkung bereits im Kleinen erzielen. Der Schlüssel dazu ist bewusstes Erleben. Doch wie lässt sich Achtsamkeit in den Unternehmensalltag integrieren? Dieser Beitrag erklärt, warum es bei Ihnen selbst beginnt, was Sie dafür tun können und warum es für Sie und für Ihr Unternehmen einen entscheidenden Mehrwert bringen kann. Unsere sechs Tipps mögen unscheinbar wirken – und strotzen dennoch nur so vor Potenzial!

Warum überhaupt Achtsamkeit in den Unternehmensalltag bringen?

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Genaues Hinhören ist ein guter Anfang: Die Sinne spielen eine wichtige Rolle, wenn Sie Achtsamkeit in den Unternehmensalltag integrieren möchten. (Bild: © peshkova | fotolia.com)

Wer Privates und Berufliches strikt trennen will, wird eine sehr grundlegende Frage stellen: Was sollte der Mehrwert davon sein, Achtsamkeit in den Unternehmensalltag zu bringen? Mal ganz abgesehen davon, dass der Begriff Work-Life-Balance wohl inzwischen jedem etwas sagt, spricht es sich immer weiter herum: Leistung im Terminmarathon kann nur bringen, wer darauf vorbereitet ist. Das gilt auch für das innere Gleichgewicht.

Es geht also darum, alles nicht nur passiv an sich vorbeiziehen oder sich sogar überrennen zu lassen. Initiative ergreifen, das ist das Credo; und im Job sorgt gerade Achtsamkeit für die Möglichkeit, etwas zu verändern. Das Ziel dabei darf aber keine punktuelle Besserung sein, sondern ein dauerhaftes „bei sich selbst sein“.

Was Sie als Einzelne(r) tun können

Achtsamkeit im Unternehmensalltag führt zu mehr Zufriedenheit und zu mehr Leistung – was sich gegenseitig zudem weiter begünstigt. Wer das für sich erkannt hat, kann und sollte zunächst „am eigenen Arbeitsalltag arbeiten“. Dafür bieten sich in jeder Routine sogar einige Ansatzpunkte an um Achtsamkeit in den Unternehmensalltag zu integrieren. Sechs davon stellen wir Ihnen hier vor.

1. Der Klassiker Meditation

Entgegen der wilden Vorstellungen, wie eine Meditation funktioniert, eignet es sich letztlich für jeden. Gerade für Anfänger reichen kurze Einheiten, regelmäßig wenige Minuten auf etwas Einfaches konzentrieren – den eigenen Atem, Meeresrauschen oder ein Hintergrundgeräusch. Wichtig ist, im Hier und Jetzt zu sein und die abschweifenden Gedanken wieder zum Augenblick zurückzuführen. Meditation ist kein Hexenwerk, jeder und jede kann sie erlernen und sie eignet sich auch in Häppchen zwischendurch.

2. Kurze Übungen einstreuen

Um Achtsamkeit ins Unternehmen und in den eigenen beruflichen Tagesablauf zu bringen, gilt: Regelmäßigkeit ist Trumpf. Denn sich zu beruhigen, wenn der Stress sich gerade im roten Bereich des persönlichen Barometers befindet, ist und bleibt schwierig. Sich immer wieder den gegenwärtigen Moment ins Bewusstsein zu rufen hingegen wappnet für die turbulenteren Tagesphasen. Nehmen Sie sich diese kurzen Momente für sich!

3. Reflektieren vor Reagieren

Wer geübt ist, kann das Folgende auch besser im Ernstfall anwenden: Bevor der Reiz in eine Reaktion umschlägt, geht es zunächst um die reine Wahrnehmung. Will heißen: Einfach einmal wertungsfrei wahrnehmen, was für ein Reiz gerade hereinkommt. Die rote Ampel im Berufsverkehr, ein kritischer Kommentar, eine Mammutaufgabe mehr: Halten Sie einen Moment inne und verstehen Sie, was vor sich geht. Das macht der alles andere als konstruktive Konfrontationskurs wesentlich schwieriger. Stattdessen gilt es, sich in das Gegenüber hineinzuversetzen – und nach einem Kompromiss zu suchen statt nach dem Konflikt.

4. Die Sache mit der Perspektive

Wenn etwas unerwartet auf den Plan tritt, ist der Mehraufwand selbst häufig gar nicht so hoch. Was uns wirklich aus dem Konzept bringt, sind meist unsere eigenen negativen Gefühle, die wir spontan dazu empfinden – denn diese bleiben hängen. Wer diesen ersten Moment des Innehaltens aus Punkt drei übt, hat an dieser Stelle gute Karten und kann auch etwa Fehlversuche an einem Projekt besser hinnehmen, indem er oder sie diese nicht frustriert als verschenkte Zeit deklariert. Ziehen Sie stattdessen Ihre Lehren daraus und profitieren Sie in Zukunft von einer zusätzlich gewonnenen Einsicht.

5. Einen Schritt zurück

Auch im Unternehmensalltag gilt der Spruch, dass man vor lauter den Bäumen den Wald nicht sehen kann. Übertragen bedeutet das: Wer sich von einer Flut von Aufgaben überschwemmt sieht, sollte zunächst einen Schritt zurück tun. Nehmen Sie sich die Zeit, lange To-do-Listen zu priorisieren und strukturieren Sie in aller Ruhe Ihren Tagesablauf.

6. Alte Muster aufbrechen

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Doch je öfter Sie etwas auf die immer gleiche Weise tun, desto mehr schleift sich die Vorgehensweise ein. Und umso wahrscheinlicher ist es, dass Sie dabei und bei anderen Tätigkeiten gedanklich auf Autopilot schalten. Im Kontrast dazu kann es wahre Wunder bewirken, etwa beim Trinken des Kaffees nicht schon an den nächsten Schritt im Tagesablauf zu denken: Schmecken Sie genau hin, fühlen Sie die Tasse in der Hand. Oder machen Sie etwas ganz anderes, schenken Sie sich das Heißgetränk in einen Thermobecher für unterwegs, gehen Sie einen Umweg zur Arbeit und genießen Sie ganz bewusst. Oder gehen Sie einfach mal nach draußen um etwas durchzulesen. Es muss nichts großartig Neues sein, wenn Sie etwas anderes machen – es sind die Details, über die die Achtsamkeit im Unternehmensalltag die Wahrnehmung schärft.

Achtsamkeit im Unternehmensalltag ist Übungssache

Die Leistung des Teams, das Betriebsklima und zahlreiche weitere Faktoren fangen stets bei den Einzelnen an. Insbesondere hinsichtlich der Stressbewältigung sind die Unterschiede zum vorherigen Zustand enorm, wenn die Übungen regelmäßig ausgeführt werden. Diese Hinweise funktionieren auch vollkommen unabhängig von Rang, Verantwortung und konkreten Tätigkeiten: Probieren Sie es aus!

Weitere Anregungen zum Thema finden Sie im Übrigen auch in unseren Beiträgen zur Resilienz und zum allgemeinen Stressmanagement.

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