Warum ist guter Schlaf so wichtig?

Eine Frau mit gutem Schlaf im Bett

Nacht für Nacht legen wir uns zu Bett, schließen die Augen und tauchen für ein paar Stunden in eine andere Welt ein, um zu schlafen. Das alles ist für die meisten Menschen ein gewohnter Rhythmus, der sich täglich wiederholt. Wir denken selten darüber nach. Der Körper sagt uns ohnehin von selbst, wann er müde ist. Er weiß wie automatisch, was zu tun ist, um sich wieder zu erholen. Nämlich ein angenehmes Plätzchen aufzusuchen, die Augen zuzumachen, und viel mehr braucht es üblicherweise auch gar nicht, bis wir bald ins Reich der Träume entschwinden.

Was genau in den sieben bis acht Stunden, die die Deutschen im Schnitt schlafen, jedoch tatsächlich passiert und wie wichtig diese tägliche Ruhepause für den Menschen ist, darüber machen wir uns nur sehr selten Gedanken. Spätestens dann jedoch, wenn der Schlaf gestört ist oder nicht wie gewohnt ausgeführt werden kann, merken wir jäh, wie sehr er uns fehlt und dass auch der gewohnte Alltag nicht mehr flüssig möglich ist, wenn wir müde, nicht ausgeruht und erschöpft sind.

Was geschieht im Schlaf?

Um zu verstehen, was im Schlaf in der Nacht mit unserem Körper passiert, sollten wir uns zunächst vergegenwärtigen, was tagsüber alles auf uns und unseren Körper einwirkt. Denn unsere Zellen sind täglich unterschiedlichsten Einflüssen ausgesetzt, die teils auch Angriffen gleichkommen und ihnen schwer zusetzen.

Dazu kommen Dinge, die wir mit Genuss aufnehmen. Dies können zum Beispiel stark zuckerhaltige Lebensmittel oder auch Koffein und Alkohol sein. Zudem ist unser Körper natürlich auch physisch gefordert und muss täglich viel leisten. Darüber hinaus kommt noch die geistige Belastung durch

  • Stress – egal ob positiv oder negativ
  • einen hektischen Alltag
  • eine Vielzahl von Aufgaben, die im Blick behalten werden wollen,

dazu.

Das alles meistern wir Tag für Tag nur deshalb, weil wir uns im Schlaf wieder erholen können. Dort haben die Körperzellen die Möglichkeit,

  • zur Ruhe zu kommen
  • herunterzufahren
  • sich für einige Stunden ohne ständige Belastung sozusagen auszuruhen
  • sich sprichwörtlich zu erneuern.

Die physische Erholung im Schlaf

Die physische Erholung in der Nacht merken wir am deutlichsten. Wenn wir uns schlapp fühlen und einen harten Tag hinter uns haben, tut es einfach gut, sich hinzulegen und endlich einmal zu entspannen.

Wenn wir einschlafen, sinkt der Blutdruck, der Herzschlag verlangsamt sich. Der Stoffwechsel jedoch wird angeregt und trägt dazu bei, die Energiespeicher des Körpers wieder mit Protein zu versorgen.

Die Erzeugung von Antikörpern und Killerzellen im Schlaf stärkt das Immunsystem. Das ist auch der Grund, warum wir leichter erkranken, wenn wir über längere Zeit ein Schlafdefizit aufweisen.

Die psychische Erholung im Schlaf

Neben der physischen Regeneration des Körpers ist die psychische Erholung ebenso wichtig.

Sie ist uns nur selten bewusst, doch auch das Gehirn darf im Schlaf in eine Ruhephase schalten und sich wieder erholen. So werden traumatische Erfahrungen im Schlaf verarbeitet und „archiviert“, um besser damit umgehen zu können.

Auch wenn einfach nur ein hektischer Alltag herrscht, muss das Gehirn irgendwann wieder in einen Pause-Modus kommen können. So kann es weiter leistungsfähig bleiben. Genau das geschieht im Schlaf.

Regelmäßiger Schlaf hält unsere Emotionen stabiler und schützt damit auch zum Beispiel vor Depressionen.

Wie viel Schlaf braucht der Mensch?

Wie viel Schlaf der Mensch tatsächlich braucht, ist sehr unterschiedlich.

  • Kinder brauchen noch zehn bis zwölf Stunden täglichen Schlaf. Dafür spricht, dass während der Ruhephase wichtige Prozesse für das Wachstum stattfinden.
  • Erwachsene hingegen kommen mit weit weniger Schlafzeit aus. Ihnen genügen oft sieben bis acht Stunden in der Nacht.
  • Es gibt Menschen, die sich auch nach vier bis sechs Stunden Schlaf wieder völlig regeneriert fühlen und volle Leistung bringen können.

Mit der Zeit kennt jeder Mensch sein notwendiges Schlafpensum und sollte tunlichst darauf achten, dieses auch einzuhalten.

Die Schlafphasen

Gesunden Schlaf macht auch aus, die vier verschiedenen Schlafphasen zu durchlaufen. Denn unser Körper und Geist sind nicht die ganze Nacht im selben Regenerations- und Bewusstseins-Modus. Dieser Zustand kann sich während der Nacht verändern.

  1. Einschlafphase: Hierbei gelangt der Körper vom Wachzustand in den eigentlichen Schlafzustand. Dies geschieht oft schon nach kurzer Zeit, solange uns nicht ein unruhiger Geist oder störende Einflüsse wach halten.
  2. Stabile Schlafphase: Anschließend gelangt der Körper in eine stabile Schlafphase, die jedoch immer noch dem oberflächlichen bzw. leichten Schlafzustand zuzuordnen ist. Dieser Zustand kann gut die Hälfte der Nacht einnehmen.
  3. Tiefschlafphase: In der dritten Schlafphase, die häufig erst in der zweiten Hälfte der Nacht einsetzt, gelangen wir in den so wichtigen Tiefschlaf. In diesem entspannt sich der Körper völlig, der Herzschlag verlangsamt sich nochmals und die Muskelspannung nimmt ab.
  4. REM-Schlafphase: Diese Schlafphase ist diejenige, die uns nach dem Aufwachen in Form von Träumen am ehesten in Erinnerung bleibt. Der Name kommt vom Rapid Eye Movement, da die Augen sich unter den geschlossenen Lidern hier schnell bewegen.

Was tun bei Schlafstörungen?

Um sich vollends zu regenerieren, sollten möglichst alle Schlafphasen durchlaufen werden. Viele Menschen kommen aber gar nicht erst in die Tiefschlafphase, da sie unter Schlafstörungen leiden. Schlafquantität und Schlafqualität sind gleich wichtig.

Daher ist es in solchen Fällen sehr wichtig, auf die Rahmenbedingungen des Schlafs zu achten:

  • Gibt es Lärmquellen, Lichtquellen oder auch Elektrosmog rund um das Schlafzimmer, kann sich dies negativ auf den Schlaf auswirken.
  • Auch Erkrankungen können Ursache für Schlafstörungen sein.
  • In jedem Fall ist es wichtig, schon 30 Minuten vor dem Zubettgehen den Tagesablauf zu beruhigen.
  • Am besten legt man das Handy beiseite und schaut keine aufwühlenden Filme mehr an.

So fällt es leichter, gut einzuschlafen. 

Der unschätzbare Wert von gutem Schlaf

Guter Schlaf ist essentiell. Er ist mehr als nur eine nächtliche Pause. Er spielt eine zentrale Rolle für Ihr Wohlbefinden und Ihre Vitalität.

Erkennen Sie den Wert eines erholsamen Schlafs. Achten Sie auf eine gute Schlafhygiene. Geben Sie ihm den Stellenwert in Ihrem Leben, den er verdient. Dadurch schützen Sie sich nicht nur vor Müdigkeit, sondern können auch Ihr volles Potenzial entfalten.

Jede Nacht bauen Sie auf diesem Fundament Ihre Träume. Sie reflektieren Ihre Hoffnungen und Ziele. Deshalb ist Schlaf nicht nur ein Bedürfnis, sondern eine Investition.

Ein kraftvoller Regenerator, das ist guter Schlaf. Er hilft Ihnen, jeden neuen Tag optimal zu nutzen. Pflegen und schätzen Sie diese nächtliche Ruhe. So wachen Sie jeden Morgen erneuert und bereit für das Leben auf.

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Quelle Coverbild: © New Africa | stock.adobe.com

HCC Redaktion

... schreibt über alle möglichen Themen rund um Mitarbeitergesundheit und Personal. Wichtige Schwerpunkte liegen auf der Arbeitsplatzgestaltung, Psyche, Ernährung, Bewegung und weiteren Einflussfaktoren nachhaltiger Gesundheitsprävention. Neben Fachartikeln und Tipps & Tricks-Beiträgen werden Interviews mit einschlägigen Persönlichkeiten zu BGM, BGF und mehr veröffentlicht.

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